Am 28.3.2026 eröffnete die Stiftung Bauhaus Dessau die zwei großen Hauptausstellungen des Jubiläums „An die Substanz. Bauhaus Dessau 100“, sowie drei kleinere Freiluftpräsentationen. Diese erkunden die materiellen, wirtschaftlichen und technologischen Grundlagen der Gestaltung am Bauhaus. Darüber hinaus nehmen sie auch gegenwärtige Fragen des Bauens in den Blick und untersuchen lokale wie globale Produktionskreisläufe, Arbeitsbedingungen sowie die Folgen für Natur und Ökosysteme.
Die beiden Ausstellungen Glas | Beton | Metall (im Bauhausgebäude) und Algen | Schutt | CO2 (im ehemaligen Kaufhaus Zeeck) gehen den Stoffen und Materialien, aus denen das Bauhausgebäude gemacht ist, sowie alternativen Arten des Bauens auf den Grund. Zwei Freiluftpräsentationen widmen sich jeweils der Geschichte des Stahlhauses und der Junkers-Lamellenhalle am Leopoldshafen. Und rund um das historische Arbeitsamt rückt ein Programm aus Installationen, Performances und Experimenten den Werkstoff Backstein in den Mittelpunkt. (Text: Stiftung Bauhaus Dessau)
Jürgen Beck. Then leave the ornamentation of it to nature
Ausstellung in Dessau
Die Stiftung Bauhaus Dessau eröffnet am Samstag, 30. Mai 2026, 11 Uhr, im Meisterhaus Gropius die Ausstellung Jürgen Beck. Then leave the ornamentation of it to nature. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung findet ein Künstlergespräch zwischen Jürgen Beck, Barbara Steiner und Juliane Aleithe, Stiftung Bauhaus Dessau statt.
Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage, wie Fotografie Architektur sichtbar macht. Ausgangspunkt der Arbeiten des in Zürich lebenden Künstlers Jürgen Beck ist die ikonische Architektur der Bauhausbauten in Dessau. Die gezeigten Fotografien entstanden während seines Aufenthalts als Artist-in-Residence der Stiftung Bauhaus Dessau im Jahr 2025.
Die Ausstellung ist Teil des Residenz-Programms der Stiftung Bauhaus Dessau und wird im Kontext des Jubiläums An die Substanz. Bauhaus Dessau 100 präsentiert, mit dem die Stiftung seit September 2025 gemeinsam mit zahlreichen Partner*innen 100 Jahre Bauhaus in Dessau feiert. (Text: Stiftung Bauhaus Dessau)
- Ausstellung „Jürgen Beck. Then leave the ornamentation of it to nature“
Mindset Los Angeles - Frank Gehry und die Cool School
Ausstellung in Herford
Das Denken und Bauen des Architekten Frank Gehry ist maßgeblich mit dem Einfluss von Los Angeles und der dortigen Kunstszene verbunden. Diese umfassende Ausstellung widmet sich Gehrys früher künstlerischer Prägung, die zu seinem revolutionären Ansatz führte, Architektur neu zu denken.
Das freigeistige Umfeld rund um die Gruppe der „Cool School“, die sich seit Ende der 1950er Jahre in Los Angeles etablierte, war ein Schmelztiegel künstlerischer (Material-) Experimente, geprägt von der Beat-Literatur. In diesem vibrierenden Netzwerk an der kalifornischen Küste entwickelt sich ein inspirierender kunst- und architekturübergreifender Dialog. Die Schau im Marta Herford, einer einzigartigen Bauskulptur von Frank Gehry, versammelt diese Impulse und eröffnet Verbindungen zu ikonischen Werken der amerikanischen Nachkriegskunst sowie der folgenden Generationen aus diesem Kontext.
Künstler*innen: John Altoon, Carl Andre, John Baldessari, Larry Bell, Billy Al Bengston, Wallace Berman, John Chamberlain, Judy Chicago, Meg Cranston / John Baldessari, Ronald Davis, Frank Gehry, David Hockney, Robert Irwin, Donald Judd, Craig Kauffman, Corita Kent, Edward Kienholz, Ed Moses, Claes Oldenburg / Coosje van Bruggen, Ken Price, Robert Rauschenberg, Deborah Remington, Ed Ruscha, Richard Serra, Pae White. (Text: Marta Herford)
Die Ausstellung zeigt das Werk des deutschen Architekten Hubert Ritter, der vom späten Kaiserreich bis in die Zeit der DDR und der Bundesrepublik tätig war. Der Schwerpunkt liegt auf Ritters Tätigkeit in Leipzig, wo er als Leiter des Hochbauamtes in den Jahren von 1924 bis 1930 mit städtebaulichen Entwürfen, Siedlungen und öffentlichen Gebäuden zum Wegbereiter einer modernen Architektur in Leipzig wurde. Nach seinen Entwürfen entstanden u. a. die Siedlung »Rundling« und die Großmarkthalle, die Ritter überregional bekannt machten.
Die Ausstellung wurde von Studierenden eines Forschungspraxisseminars am Kunsthistorischen Institut der Universität Leipzig unter der Leitung von Dr. Susanne Jaeger vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa e.V. (GWZO) und Dr. Peter Leonhardt vom Amt für Bauordnung und Denkmalpflege der Stadt Leipzig kuratiert. (Text: Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa e.V.)
- Ausstellung „Vom Kaiserreich bis zum Wiederaufbau“
Das Museum für Architekturzeichnung widmet Nizo Yamamoto (1953–2023) die erste umfassende Ausstellung seines künstlerischen Schaffens außerhalb Japans. Yamamoto zählt zu den prägenden Art Directors des japanischen Animationsfilms. Über mehr als vier Jahrzehnte gestaltete er Bildwelten, die das visuelle Gedächtnis des Genres nachhaltig geprägt haben.
In Japan genießt Yamamotos Werk seit Langem große Anerkennung. International ist sein Name hingegen noch immer weit weniger bekannt als die Filme, an deren Entstehung er maßgeblich beteiligt war. Durch Arbeiten für Das Schloss im Himmel (1986), Die letzten Glühwürmchen (1988), Prinzessin Mononoke (1997) und Das Mädchen, das durch die Zeit sprang (2006) sind seine Bilder einem weltweiten Publikum vertraut.
Mit Nizo Yamamoto – Meister der Anime-Szenografie knüpft das Museum für Architekturzeichnung an seine früheren Ausstellungen zur Hintergrundkunst japanischer Animationsfilme an: 2016 zeigte Anime-Architektur die Stadträume bedeutender Science-Fiction-Animes wie Patlabor (1989), Ghost in the Shell (1995) und Ghost in the Shell 2 – Innocence (2004); 2022 präsentierte AKIRA – Die Architektur von Neo Tokyo erstmals weltweit die originalen Hintergrundbilder des wegweisenden Films AKIRA (1988). Kuratiert wird die Ausstellung von Stefan Riekeles. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation. (Text: Tchoban Foundation. Museum für Architekturzeichnung)
- Ausstellung „Nizo Yamamoto – Meister der Anime-Szenografie“
Tchoban Foundation. Museum für Architekturzeichnung
Ausschreibung der Fritz und Trude Fortmann-Stiftung
Das Altern von Baumaterialien war bis vor wenigen Jahren für eine primär auf Neubau setzende Bauwirtschaft kein zentrales Thema. Aus ökologischen, ökonomischen und ästhetischen Gründen ist jedoch die Aufmerksamkeit für Prozesse der Materialalterung deutlich gewachsen.
Heute berührt das Thema die aktuelle Bautätigkeit und die aktive Umsetzung architektonischer Vorstellungen umfassend: den Neubau, die Reparatur, den Umbau wie die Bestands- und Denkmalpflege. Ästhetische Fragen und die Wertschätzung, die ein Material erhaltungswürdig und damit nachhaltig macht, sind wieder neu ins Spiel gekommen. Viele der erwiesen langlebigen Materialien sind teuer oder auch nicht mehr verfügbar. Es gilt, unter dem gegebenen Preisdruck innovative, natürlich gewonnene oder industriell herstellbare Materialien zu finden, die hohe Alterungsqualitäten versprechen und durch langen Gebrauch sogar attraktiver werden können.
Die Fritz und Trude Fortmann-Stiftung bittet um die Einsendung von Ideenskizzen im Umfang von höchstens zwei Seiten bis zum 15. Januar 2027. Die Ideenskizze bildet die Grundlage für die Einladung zu einer ausführlichen Bewerbung. Für die Bewerbung ist ein ausgearbeitetes Konzept zu erstellen, das im Rahmen eines Workshops präsentiert wird. Kooperationen von Ingenieur- und Architekturbüros sind erwünscht; gestalterische Beiträge aus Architektur, Design und Kunst sowie theoretische oder historische Forschungsprojekte sind ebenfalls willkommen. Ein Forschungsvorhaben kann über zwei Jahre mit bis zu 300.000 Euro gefördert werden. Das Ausschreibungsverfahren findet alle zwei Jahre statt. Die Auswahl der Vorhaben trifft das Kuratorium der Stiftung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Im Juni 2027 findet ein Workshop zum Thema in Berlin statt. Einladungen an ausgewählte Autor*innen erfolgen Ende April 2027. (Text: Fritz und Trude Fortmann-Stiftung)
„Der architektonische Blick. epochal – global“ ist die zweite umfassende Museumsausstellung des Architekturfotografen Hans Georg Esch. Von Pompeji über „den Dom“, vom Chrysler-Building in New York bis zu den Gebäuden von Oswald Mathias Ungers und zu dem erst 2025 in Betrieb genommenen Flughafen von Abu Dhabi, von Beijing über Shibam, der Altstadt der Metropole Jemens, Sanaa, von Hong Kong bis Köln und Neviges im Bergischen Land … die Architekturen der Welt sind Eschs Motive.
Der 1964 in Neuwied geborene Hans Georg Esch arbeitet seit über 40 Jahren gleichermaßen als Auftragsfotograf sowie künstlerisch autonom für seine Fotobücher. Eine Auswahl seines Werkes zeigt das MAKK vom 11. Juni bis zum 27. September 2026. Vertreten sind großformatige Masterpieces und seriell angelegte Bildstrecken, die epochenübergreifend das globale Phänomen der Architektur und deren zeitgenössische Relevanz thematisieren.
Gebäude, Entwurfsdetails, urbane Architekturräume und Panoramen wandeln sich durch Eschs persönlichen „architektonischen Blick“ zu ikonischen Motiven, unabhängig von ihrem kulturellen und geografischen Kontext. Die berühmte These der Pop Art, dass erst das Foto unser Bild vom Objekt bestimmt, wird durch Eschs Architekturfotografien mehr als augenfällig bestätigt. (Text: Museum für Angewandte Kunst Köln)
Die Ausstellung „More is Now!“ findet anlässlich des Ehrengastauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse statt. Präsentiert werden innovative Beispiele gelungener architektonischer Praxis junger Architektinnen und Architekten, überwiegend aus der sogenannten Millennial-Generation. Sie bietet eine einzigartige Gelegenheit, der deutschen Öffentlichkeit die bislang wenig bekannte junge tschechische Architekturszene näherzubringen und zugleich fachliche sowie kulturelle Beziehungen zu stärken.
Die Ausstellung knüpft an das modernistische Erbe an – insbesondere an die Villa Tugendhat in Brünn, die Ludwig Mies van der Rohe im Alter von 42 Jahren als ikonisches Bauwerk der Moderne entwarf. Gezeigt werden rund 30 ausgezeichnete architektonische Realisierungen, überwiegend aus Regionen außerhalb Prags, wodurch der multilokale Charakter der Wahrnehmung und Entdeckung der Tschechischen Republik betont wird. (Text: DAM / Nationalgalerie Prag)
Das dritte und letzte Kapitel der im Rahmen des 80. Jubiläums des Haus am Waldsee entwickelten Ausstellungsreihe Seit… zeigt neue, aus der Auseinandersetzung mit dem Ort und seiner Geschichte entwickelte Werke der Künstlerin Sophie Kovel (*1996 in Los Angeles, lebt und arbeitet zwischen Paris und New York).
Die Ausstellung entfaltet sich entlang der von Nina Akhvlediani entworfenen Display-Architektur im Café, der ehemaligen Garage des Hauses. Dabei wendet sich Kovel dem nahegelegenen Studio Babelsberg zu, um dessen Geschichte avantgardistischer, faschistischer und sozialistischer ideologischer Bildproduktion ebenso zu untersuchen wie die Wirkmächtigkeit und Verbreitung von Medienbildern in der Gegenwart. (Text: Haus am Waldsee)
Mit einer Schaufensterausstellung in der BDA Galerie werden die Werke des jüdischen Architekten Fritz Nathan (1891–1960) gezeigt. Es ist die zweite Schaufensterausstellung der Reihe ‚Spurensuche‘. Ziel dieser Spurensuche ist es, Fritz Nathan zu würdigen und wieder sichtbar zu machen – stellvertretend für viele andere in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgte Menschen.
In Zusammenarbeit mit dem Kunsthistoriker und Autor Dr. Andreas Schenk, dem Fotografen Moritz Bernoully und dem Grafiker Elmar Lixenfeld organisiert der Vorstand des BDA Frankfurt die Ausstellung „Spurensuche – Der Architekt Fritz Nathan“ in der BDA Galerie und macht die Persönlichkeit in der App „Frankfurt historisch“ in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum sichtbar.
Auf der Eröffnung am 26.10.2026 um 19 Uhr anlässlich der Stolpersteinverlegung zur Familie Nathan am 27.10.2026 werden die Auswirkungen von politischem Extremismus auf persönliche und berufliche Existenzen thematisiert. Die Stolpersteine werden am 27.10.2026 um 10:45 Uhr in der Neuen Mainzer Straße 58, dem letzten bekannten Wohnsitz der Familie Nathan, verlegt. Der BDA Frankfurt übernimmt die Patenschaft für die Stolpersteine, die Fritz Nathan, seiner Frau Lucie und seiner Tochter Doris gewidmet sind.(Text: BDA Hessen)
Eröffnung, 19 Uhr
- Ausstellung „Spurensuche: Der Architekt Fritz Nathan“
Präsentiert wird eine gezeichnete Phänomenologie der Architektur. Die in Zyklen gruppierten Zeichnungen befassen sich mit den Themen Körper und Raum, Licht, Geometrie und Antinomie. Ihren Ausgangspunkt haben die Zyklen in der Interpretation literarischer Texte wie der biblischen Genesis, Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften oder Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Die farbigen Zeichnungen sind atmosphärisch dicht und eröffnen weite Assoziationsräume.
Der Berliner Architekt und Wiesbadener Hochschullehrer Holger Kleine (*1962) nähert sich seit einigen Jahren in farbigen Zeichnungen, Skizzen, Diagrammen und analytischen Zeichnungen grundlegenden Themen der Architektur. Die Zeichnungen bestechen durch ihre hohen graphischen Qualitäten, die zusammen mit den meist enigmatischen, sich nicht auf den ersten Blick erschließenden Themen der Blätter eine untrennbare Einheit bilden. Holger Kleine nahm an Gruppenausstellungen u. a. in Venedig und New York teil.
Die Stuttgarter Ausstellung ist die erste umfassende Einzelausstellung seiner gezeichneten Zyklen. Seine Essays veröffentlicht er u. a. in Der Architekt, Lettre International und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Kuratiert von Klaus Jan Philipp. (Text: Architekturgalerie am Weißenhof)
Vernissage, 19 Uhr Ort: Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Am Weißenhof 1, 70191 Stuttgart
Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen lobt Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes den Deutschen Holzbaupreis 2027 aus. In Zusammenarbeit mit weiteren Branchenpartnern der deutschen Holz- und Forstwirtschaft sowie den Holzbau Deutschland Leitungspartnern wird der Deutsche Holzbaupreis im Namen des Informationsdienst Holz vergeben.
Mit dem Deutschen Holzbaupreis werden realisierte Gebäude und Gebäudekomponenten ausgezeichnet, die überwiegend aus Holz und Holzwerkstoffen sowie weiteren nachwachsenden Rohstoffen bestehen und das Anwendungsspektrum des Baustoffes Holz vorbildlich darstellen. Die einzureichenden Bauwerke sollen in den vergangenen zwei Jahren entstanden und von hoher gestalterischer Qualität sein. Voraussetzung ist ferner, dass sie im Sinne der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes umweltfreundliche und ressourcensparende Aspekte berücksichtigen. Die Auslobung erfolgt in den Kategorien Neubau, Gebäude im Bestand sowie innovative Planungs- und Baukonzepte.
Abgabeschluss der digital einzureichenden Unterlagen ist der 17. Januar 2027. Das Preisgeld beträgt insgesamt 20.000 Euro. Die Bewertung der eingereichten Projekte übernimmt eine unabhängige Jury. Teilnehmen können Architekten, Tragwerksplaner und Bauherren sowie Holzbauunternehmen, die Bauwerke bzw. Bausysteme planen, entwickeln und/oder herstellen. Für die Kategorie Komponenten/Konzepte dürfen zudem Einzelpersonen, Arbeitsgruppen, Institutionen aus Forschung, Entwicklung und Lehre oder Betriebe und Unternehmen Projekte einreichen. (Text: Holzbau Deutschland)
Ende der Einreichungsfrist „Deutscher Holzbaupreis 2027“
Klaus Kada. Nuancen und Atmosphären - ein Œuvre in Fragmenten...
Ausstellung in Graz
Diese Ausstellung ist keine bloße Präsentation von [Bau-]Werken im Sinne einer klassischen Werkschau. Sie soll einen [un-]gewöhnlichen Blick auf die Architektur von Klaus Kada eröffnen: jenseits der sichtbaren Oberfläche, in die Tiefen seines architektonischen und künstlerischen Denkens. Architektur wird nicht nur als fertiges und vollendetes Objekt präsentiert, sondern als Vorläufiges, Fragiles, Prozesshaftes – in Facetten, Nuancen, Atmosphären, die zeigen, wie seine Arbeiten zwischen Konkretem und Poetischem oszillieren. Sie erscheint als Gedanke, als Wahrnehmung, als Experiment mit Material, Licht, Transparenz, Farbe und Form.
Die freien wie angewandten künstlerischen [Neben-]Produktionen entfalten sich zwischen Kunst und Architektur – diese werden zu einem Resonanzraum: Was wäre, wenn die [architektonische] Form in Fragmente zerfällt, Andeutungen bleiben und die Idee selbst zum Material wird? Diese Ausstellung eröffnet solche Zwischen- und Denkräume. (Text: Sigrid Prinz, gekürzt)
Das größte Kulturbauvorhaben der Zweiten Republik hat wie kaum ein anderes polarisiert und zugleich die Stadt Wien so verändert: das MuseumsQuartier Wien. Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums blickt das MQ auf seine Erfolgsgeschichte zurück.
Bis zum größten Kunst- und Kulturareal Europas war es ein konfliktreicher Weg, der von Diskussionen, politischen Richtungswechseln und medialen Debatten geprägt war, die weit über Fragen der Architektur hinausgingen. Was für viele Wienerinnen und Wiener heute selbstverständlich ist, drohte lange Zeit an Gezänk zu scheitern. Die Ausstellung „Vision und Widerstand – Wie das MuseumsQuartier Wien veränderte“ erzählt im MQ Freiraum die Geschichte des MQ: von kühnen Entwürfen, erbitterten Debatten und einem Projekt, das immer wieder am Rand des Scheiterns stand.
Anhand von Skizzen, Original-Architekturmodellen, Plänen, historischen Dokumenten und Schlagzeilen veranschaulicht sie die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen und zeigt, dass das MQ inhaltlich sowie architektonisch nie als „fertig“ gedacht war. Auch der Leseturm, der einst die öffentlichen Diskussionen anführte, rückt erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit. (Text: MuseumsQuartier Wien)
Auslobung des Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg
Der AIV-Schinkel-Wettbewerb hat eine lange Tradition und wurde erstmalig 1852 unter den Vereinsmitgliedern ausgeschrieben. Seitdem werden in diesem Förderwettbewerb Jahr für Jahr jungen Architekten, Ingenieuren und Künstlern in nunmehr neun Fachsparten (Städtebau, Architektur, Landschaftsarchitektur, Kunst und Bauen, Konstruktiver Ingenieurbau, Ver- und Entsorgungstechnik, Straßenbau und Verkehrswesen, Eisenbahnbau, Wasserbau) Aufgaben gestellt mit dem Ziel, deren Kreativität und Phantasie für die Lösung zukunftsorientierter Planungsaufgaben herauszufordern.
Ausgelobt wird in jeder Fachsparte ein Schinkelpreis für hervorragende technisch-wissenschaftliche Leistungen im Bauwesen, die entweder das gelungene Zusammenwirken verschiedener technisch-wissenschaftlicher Disziplinen dokumentieren oder sich als Einzelleistungen durch das vorbildliche Abwägen von fachspezifischen und übergeordneten Belangen besonders auszeichnen.
Der Preis dient der Förderung des technisch-wissenschaftlichen Nachwuchses, daher dürfen die Teilnehmer am Wettbewerb nicht älter als 35 Jahre sein. Der AIV-Schinkel-Wettbewerb wirkt aber auch für Berlin und seine Region auf der Suche nach ihrer künftigen Gestalt. Die Vielfalt der Ideen fördert die Planungskultur und bereichert sie. Am 13. März 2027, dem Geburtstag Schinkels, werden die Preise im Rahmen des Schinkelfestes verliehen. (Text: Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.)
Anna Heringer ist Architektin und hat in Linz studiert. Internationale Bekanntheit erlangte sie mit dem Bau der METI School in Bangladesch, die sie als Diplomarbeit an der Kunstuniversität Linz entwarf. Für sie ist Architektur ein partizipativer Bauprozess, der lokale Ressourcen und traditionelles Handwerk einbezieht und damit ein Katalysator für lokale Entwicklung. "Form Follows Love" steht für Schönheit, die durch gemeinsames und intuitives Gestalten entsteht. Das afo architekturforum oberösterreich (afo) übernimmt nun die mit dem Vorarlberger Architektur Institut (vai) co-produzierte Ausstellung.Clemens Quirin, Leiter des afo, war neben Dominique Gauzin-Müller und Verena Jakoubek-Konrad, Leiterin des vai, Teil des Kurator*innen-Teams.
Die Ausstellung präsentiert die international tätige Architektin anhand ihrer Bauten, Projekte und Kooperationen und gibt Einblick in ihre Haltung und Arbeitsweise. Im Mittelpunkt steht ein Architekturverständnis, das Bauen als soziales und kulturelles Handeln begreift – geprägt von Achtsamkeit, Verantwortung und Vertrauen. Die Ausstellung zeigt Projekte, Materialien und Entwurfsmethoden, die lokale Ressourcen, traditionelles Handwerk und gemeinschaftliches Engagement miteinander verbinden. (Text: afo architekturforum oberösterreich, gekürzt)
Eröffnung, 19 Uhr
- Ausstellung „Form Follows Love“ Dienstag bis Freitag, 15–19 Uhr
Der Stiftung Bauhaus Dessau wurde und wird viel geschenkt: Kunstwerke, Designobjekte, Fotografien und Dokumente, aber auch historische Lichtschalter aus Bakelit oder bauzeitliche Objekte aus verschiedenen Bauhausbauten. Im Bauhaus Museum Dessau werden ausgewählte Stücke gezeigt, die die Stiftung seit der Eröffnung des Museums 2019 erhielt.
Von der Großzügigkeit zahlreicher Institutionen und bauhausbegeisterter Menschen profitieren neben der historischen Sammlung auch die Bibliothek, das Bauforschungsarchiv und das Stiftungsarchiv. Und auch die Eröffnung des Bauhaus Museums Dessau im Jahr 2019 wäre ohne die zahlreichen Schenkungen kaum möglich gewesen. Seitdem sind mehr als 3.000 Objekte von über 150 Schenkenden hinzugekommen.
Mit der Ausstellung Bakelit | Glasur | Farbe – die für ein Jahr in die ständige Sammlungspräsentation integriert ist – möchte sich die Stiftung Bauhaus Dessau bei den Schenkenden bedanken. Aufgrund des unglaublichen Umfangs an Donationen muss sich die Ausstellung auf Schenkungen seit 2019 beschränken. Neben einer Auswahl ausgestellter Objekte bieten wir in einer digitalen Bildergalerie einen zusätzlichen Überblick über die Gesamtheit der Schenkungen der letzten sechs Jahre. Die Ausstellung veranschaulicht, auf welch vielfältige Weise sie die Substanz der Sammlungen der Stiftung Bauhaus Dessau bereichern.
Untrennbar verbunden mit der physischen Existenz der Objekte und ihren faktischen Metadaten sind die vielfältigen persönlichen Erzählungen der Menschen, die uns die Objekte anvertraut haben. Sie sind einmalige Zeugnisse ihrer emotionalen Beziehungen zum Bauhaus Dessau, geschichtlich und im Jetzt. Auch diese Erzählungen sind essenzieller Teil der Ausstellung und ihrer Substanz für die Zukunft. (Text: Stiftung Bauhaus Dessau)
Ausstellung des Baugeschichtlichen Archivs und des Stadtarchivs Zürich
Ein halbes Jahrhundert Stadtgeschichte im Haus zum Rech: Seit 1976 bewahren das Baugeschichtliche Archiv und das Stadtarchiv Zürich hier Zeugnisse der Vergangenheit. Zum 50-jährigen Jubiläum lädt die Ausstellung „Zürich 1976–2026“ vom 1. September 2026 bis zum 31. Januar 2027 zu einer Zeitreise durch die jüngere Zürcher Geschichte ein.
Die Ausstellung beleuchtet anhand von 22 ausgewählten Episoden und Ereignissen, wie sich Zürich in den vergangenen fünf Jahrzehnten verändert hat. Thematisiert werden Bauprojekte und Verkehrsplanungen, aber auch nie realisierte Vorhaben und gesellschaftliche Bewegungen. Sie alle haben nicht nur das Stadtbild und das Zusammenleben beeinflusst, sondern auch zahlreiche Spuren in den Beständen des Baugeschichtlichen Archivs und des Stadtarchivs hinterlassen. Zu sehen sind Fotografien, Pläne, Schriftstücke und weitere Quellen, die einen unmittelbaren Einblick in die Ereignisse von damals ermöglichen. (Text: Stadt Zürich, gekürzt)
Die Tilia Awards zeichnen Menschen und Projekte aus, die mit Pflanzen Zukunft gestalten. Nach dem Auftakt im März 2026 mit rund 150 Einreichungen und über 200 Teilnehmenden am Pitch Day geht der interdisziplinäre Pflanzenpreis in die zweite Runde. Eingereicht werden kann in fünf Disziplinen mit insgesamt 33 Kategorien, darunter Pflanzen & Innovation, Pflanzen & Räume und Pflanzen & Kultivierung. Für Architekt:innen und Planer:innen ist vor allem die Disziplin Pflanzen & Räume spannend, etwa mit den Kategorien Dachbegrünungen, öffentliche Räume, Quartiere, Renaturierungsprojekte und Privatgärten.
Einreichungen sind bis zum 31. Januar 2027 möglich, mit ermäßigten Einreichungsgebühren bis zum 21. Dezember. Am 19. März 2027, zum Frühlingsanfang, kommt die Branche zum Pitch Day an der Quadriga Hochschule in Berlin zusammen: Die nominierten Projekte pitchen live vor Jury und Publikum; am selben Tag werden auch die Preise verliehen. Im Fokus stehen dabei vor allem Wissenstransfer und die Sichtbarkeit für herausragende Projekte. URBAN UTOPIA organisiert die Awards gemeinsam mit der Quadriga Hochschule.
Alle Infos zur Einreichung sowie die Termine für kostenfreie Info-Webinare zum Award: tilia-awards.com
Josef Kaiser (1910–1991) zählt zu den prägenden Vertretern „sozialistischer“ Architekturen der DDR. Zwischen 1950 und 1980 realisierte er gemeinsam mit seinem Kollektiv zahlreiche staatliche und kommunale Bauprojekte, darunter das Berliner Kino International und das Café Moskau an der Karl-Marx-Allee.
Seine beruflichen Anfänge in NS-nahen Architekturbüros standen seiner Karriere im sozialistischen Staat nicht im Weg. Vielmehr galten seine Entwürfe, die auch international Beachtung fanden, als Ausdruck eines neuen gesellschaftlichen Aufbruchs. Viele der erhaltenen Bauten Kaisers sind heute als bedeutende Zeugnisse einer eigenständigen kulturellen Identität der DDR denkmalgeschützt.
Die Ausstellung rekonstruiert erstmals umfassend Leben und Wirken des Architekten, der in zwei unterschiedlichen diktatorischen Systemen tätig war. Rund 60 Pläne, Fotografien, Filme und Modelle aus dem Bestand der Berlinischen Galerie sowie aus nationalen Sammlungen zeichnen Kaisers Schaffen nach und beleuchten politische wie ästhetische Spannungsfelder. Zeitgenössische künstlerische Positionen erweitern den Blick und eröffnen neue Perspektiven auf das architektonische Erbe der DDR. (Text: Berlinische Galerie)