Kulturelle Nachnutzung
Diskussion zur Galeries Lafayette in Berlin
Vor knapp einem Jahr hatte der Berliner Kultursenator Joe Chialo (CDU) den Umzug der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) in die Galeries Lafayette von Jean Nouvel an der Friedrichstraße ins Spiel gebracht. Seitdem wird in der Stadt über die Machbarkeit diskutiert. Lange schon sucht Berlin nach einer räumlichen Lösung für die ZLB. Als eine der größten öffentlichen Bibliotheken in Deutschland muss sie noch immer mit zwei in die Jahre gekommenen Gebäuden arbeiten, die überdies längst zu klein geworden sind: der Amerika-Gedenkbibliothek in Berlin-Kreuzberg und dem Gebäudekomplex an der Breite Straße in Berlin-Mitte.
Da das Kaufhaus Galeries Lafayette Ende des Monats schließt, bekommt die Diskussion neuen Schwung. Inzwischen gibt es auch die Idee, das Haus der Staatsbibliothek zwischenzunutzen, die wegen Sanierung ein Ausweichquartier für die nächsten 15 Jahre benötigt. Die Sektion Baukunst der Akademie der Künste nimmt dies zum Anlass für ein Gespräch über die kulturelle Nachnutzung des Kaufhauses Galeries Lafayette und allgemein über die Zukunft leerstehender Handelsimmobilien in den Innenstädten.
Am Montag, 15. Juli 2024 unterhalten sich Manos Tsangaris, Präsident der Akademie der Künste, und Vizepräsident Anh-Linh Ngo mit Joe Chialo, Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Dominique Alba vom Ateliers Jean Nouvel, ZLB-Generaldirektor Volker Heller, der Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Regine Keller und der Schriftstellerin Katharina Schultens.
Termin: Montag, 15. Juli 2024, 19 Uhr
Ort: Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin
Der Eintritt kostet 7,50 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Eine Focus-Ausgabe zur Umnutzung von Kaufhäusern gibt es bei baunetz CAMPUS
Im Übrigen sind die Scheiben natürlich nicht so transparent, wie in der Visualisierung und vermutlich wird man auch eher die Lesebereiche nach außen verlegen. Bei der Statik bin ich aber zugegebenermaßen auch gespannt, was da möglich sein wird.
bei Bibliotheken spielen u.a. auch die Traglasten der Decken eine wesentliche Rolle, die bei Kaufhäusern üblicherweise bei nur 5 kN/m2 liegen. Hinzu kommen auch andere Anforderungen an TGA und Brandschutz, die in Kombination einen sehr aufwendigen Umbau erfordern würden…
Ich denke auch, dass Tishman Speyer eine ordentliche Miete aufrufen würde, die vielleicht für eine derartige Nutzung keine gute Grundlage wäre.
Die Friedrichstraße ist eine traditionelle Geschäftsstraße und die Verlegenheitsnutzung "Bibliothek" hat dort m.E. nichts verloren.
Zu Ihrer Behauptung "Genauso hanebüchen ist meiner Meinung nach ihre Aussage, dass die Galeries Lafayette wegen der Fahrradstraße hätten schließen müssen. Der Publikumsverkehr ist währenddessen nachweislich gestiegen. Sie gehören wohl auch zum Club "jeder Parkplatz auf dem Kudamm muß bleiben, wegen der Läden"? Auch dort ein vorgeschobenes Argument, von Verkehrsplanern längst widerlegt"
wäre zu sagen, dass in diesem Fall nicht das Urteil von Verkehrsplanern ausschlaggebend ist, sondern das von Marktforschern.
Die Berliner Verkehrsplaner leiden zudem unter einem Tunnelblick und sehen nur, zulasten aller anderen Verkehrsmittel, die Interessen des Fahrradverkehrs. Dabei bleibt, bei fahrradgerecht umgestalteten Stra^ßen insbesondere die Ästhetik des öffentlichen Straßenraums auf der Strecke, die dann, wie z.B. in Charlottenstr., Tucholskystr. oder Bergmannnstr. zu beobachten, dem Charme eines Krankenhausinterieurs gleicht.
Ich fahre übrigens ganzjährig Fahrrad in Berlin und habe, da ich am Checkpoint Charlie arbeite, die Situation der nördlichen Friedrichstraße intensiv und hautnah verfolgt.
Ich bin sicher, ein Jahr "Fahrradstraße" würde auch zur schnellen Teilentmietung der Gewerbeflächen des Ku'damm führen.
wieso soll das Gebäude der Galeries Lafayette für eine Bibliothek ungeeignet sein? Es liegt gut erschlossen und mit ausreichend Raumhöhe und gutem Raumzuschnitt, zentral in der Stadt. Und es wäre wirklich nicht die erste Bibliothek mit Glasfassaden. Ihr Urteil erschließt sich mir nicht.
Genauso hahnebüchen ist meiner Meinung nach ihre Aussage, dass die Galersie Lafayette wegen der Fahrradstraße hätten schließen müssen. Der Publikumsverkehr ist währenddessen nachweislich gestiegen. Sie gehören wohl auch zum Club "jeder Parkplatz auf dem Kudamm muß bleiben, wegen der Läden"? Auch dort ein vorgeschobenes Argument, von Verkehrsplanern längst widerlegt.