Mit Satteldach und Kreis
Einfamilienhaus von Curious About in der Pfalz
A roofed square and a circle – so betitelt das junge Architekturbüro Curious About (Karlsruhe) ein im letzten Jahr fertiggestelltes Einfamilienhaus aus Holz in der pfälzischen Gemeinde Offenbach an der Queich. Es steht auf einem am Feldrand gelegenen Grundstück mit Panoramablick. Sein Name verweist sowohl auf den quadratischen Grundriss, der von einem Satteldach überspannt wird, als auch auf eine runde, leicht vom Gebäude abgerückte Betonterrasse. Dieser liege die Idee einer „Insel im Blumenmeer“ zugrunde, erklären die Architekten.
Das Wohnhaus ist das erste gebaute Projekt des Büros, das Florian Bengert, Lukas Bessai und Marcel Schaaf 2020 gründeten und das zuvor vor allem Ausstellungsgestaltungen realisiert hat. Der Bau stellt einen Versuch dar, die mittlerweile etwas verpönte Typologie des Einfamilienhauses neu zu interpretieren. Dabei rückt eine flexible Grundrissgestaltung in den Fokus, die an sich wandelnde Bedürfnisse anpassbar ist. Für ein Ehepaar im Ruhestand im Erdgeschoss barrierefrei konzipiert, eignet sich das Haus durch zwei im Obergeschoss untergebrachte Schlafzimmer mit Bad in Zukunft auch für eine Familie.
Auf einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern, verteilt auf zwei Geschosse, wurde neben Flexibilität ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, den Raum in kommunikative Bereiche und Rückzugsorte zu unterteilen. Ein zentraler Kern dient als zonierendes Element. Er nimmt Nebenfunktionen wie Bad, WC, Garderobe und sogar eine Sauna auf. Vier Schiebetüren ermöglichen es, die verschiedenen Bereiche bei Bedarf voneinander zu trennen.
Die auf Nachhaltigkeit ausgelegte Konstruktion basiert auf einem Holzrahmenbau, bei dem insgesamt 28 vorgefertigte Wand-, Decken- und Dachelemente mittels Steckverbindungen miteinander sowie auf dem Betonsockel fixiert wurden. Das ermöglichte eine kurze Bauzeit. Für die Dämmung kam Zellulose als Einblasdämmung zum Einsatz. Die hinterlüftete Fassade besteht aus vorvergrauter Fichte, im Inneren prägen helle Wände und Einbauten sowie eine sichtbare Holzdecke das Raumbild.
Als KfW-Effizienzhaus 40 EE nutzt das Gebäude die Umweltwärme durch eine Kombination von Geothermie und Wärmepumpentechnologie. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ergänzen das Haustechnikkonzept. (iok)
Fotos: Kim Fohmann
Das Problem PV Anlage nicht als zusätzliches Attribut, sondern als Teil des Ganzen. Was, wie hier, eine Reduktion der übrigen Gestaltungselemente erfordert. Eigentlich müsste man mit der vorkonfektionierten PVSchräge entwurflich beginnen, damit ein Teil daraus wird.
was die pv-anlage angeht, so wirkt diese noch etwas ausbaufähig. wenn man bei den heutigen solarmodulpreisen ein efh mit wärmepumpe und einem solchen dach errichtet, könnte man mit mehr pv auf dem dach (bzw. pv als dachdeckung) plus speicher vermutlich eine nahezu komplette energieautarkie erreichen - und im sommer noch energie für die allgemeinheit mit erzeugen.
"When too perfect, lieber Gott böse"
(Nam June Paik)
Wirklich ein gelungenes Häuschen, wenngleich die Kinder mir etwas leid tun; die Fenster sind dort oben doch arg klein geraten, und lassen den Raum von innen doch recht trist wirken.
Da hätte vielleicht auch ein Kreis gut getan, wer weiß?