Schwarz-gelb im Erzgebirge
Jugendherberge in Schöneck von Knerer und Lang Architekten
Der kleine Wintersport- und Erholungsort Schöneck im sächsischen Vogtlandkreis liegt auf einer Höhe von über 700 Metern mitten im Naturpark Erzgebirge. Dort entstand im Auftrag des Deutschen Jugendherbergswerks und in zweijähriger Bauzeit die neue Jugendherberge Schöneck nach Plänen von Knerer und Lang Architekten (Dresden).
Um ein umfangreiches Bauvolumen mit 130 Betten in die vorhandene lockere Wohnhausbebauung einzufügen, entwarfen die Architekten einen breiten, eingeschossigen Sockel, der alle dienenden und öffentlichen Funktionen aufnimmt. Gleichzeitig bildet dieser die Basis für drei parallel zueinander angeordnete, zweigeschossige Einzelhäuser mit Satteldach. Zwar orientieren sich die Baukörper in Proportion und Form an die ortstypische Bautradition, übersetzen diese jedoch zeitgemäß durch eine geradlinige Kubatur ohne Dachüberstand und durch eine großflächige Verglasung entlang der gesamten Südseite. Die drei Baukörper nehmen den Übernachtungsbereich auf, der sich vornehmlich aus Zwei- bis Vierbettzimmern mit Bädern zusammensetzt. Diese sind in überschaubare Abschnitte gegliedert und teilen sich jeweils gemeinschaftlich nutzbare, sogenannte „Panoramaloggien“.
Im durchgehenden Sockelgeschoss liegen sämtliche Gemeinschaftsbereiche, darunter der Eingang mit Rezeption und großem Foyer, Cafeteria und Speisesaal als Treffpunkt und Aufenthaltsorte, Abstell- und Trockenräume für Ski, Schlitten und Stiefel sowie verschiedene Räume für größere und kleinere Gruppen, für Schulklassen, Tagungen oder Orchesterproben. Diese öffentlich zugänglichen Räume sind mit großen Panoramafenstern ausgestattet. Für die Unterscheidung zwischen gemeinschaftlichen und privateren Zonen haben die Architekt*innen ein klares und konsequentes Farbkonzept aus tiefem Schwarz und leuchtendem Gelb geschaffen.
Die Herberge mit Baukosten von rund 5.4 Millionen Euro ist in Massivbauweise aus Stahlbeton mit Dachstühlen aus Holz umgesetzt. Außenwände und Dach sind allseitig mit schwarzen Wellplatten aus Faserzement verkleidet. Die Dachflächen des Sockels wurden begrünt. Der Bau erhielt eine Annerkennung beim BDA Preis Sachsen 2021 und eine Auszeichnung beim Sächsischen Staatspreis Ländliches Bauen 2021. (uav)
Fotos: Jens Weber
...die "farbe" schwarz soll ja unter allen farben die höchste komplexität besitzen, die herstellung daher verhältnismäßig aufwendiger als die der anderen farbtöne...
...und dann soll es ja noch diese thematik von wärmestrahlung und farbe geben...
...und dann soll es ja noch psychologische einschätzungen geben, in der schwarz eher unvorteilhaft bewertet wird wenn es bspw um behaglichkeitszustände des menschen geht...
so, die tiffy geht zurück an die arbeit, rosarote brille aufsetzten...
Als Testkaninchen für die absurdesten Farbexperimente müssen daher immer Kinder herhalten. Mal in Kindergärten, mal in Schulen, jetzt hier eine Jugendherberge. Kein Erwachsener würde sich freiwillig solch eine "Farbgestaltung" im eigenen Haus antun (Gegenbeispiel altes Spiegelhaus, aber selbst dort hatte sich der Spiegel-Vorstand vom Farbkonzept ausgenommen und nur die unteren Etagen beglückt). Aber die hilflosen Kinder, mit denen kann man's ja machen. Architekten, Anstaltsleiter, Behördenmitarbeiter verfügen und entscheiden über ihre Köpfe hinweg. Die Nutzer werden offensichtlich vollkommen übergangen, negiert, für unwürdig erachtet, sich gegen solche Pein erwehren zu können. Kinder sind wohl eben doch nur Menschen zweiter Klasse. Hier ist der Architekt noch jemand, der weiß, womit die Welt zu beglücken sei: Kinder finden stumpfsinnige Bundheit sicher toll. Und so fällt praktischerweise auch nicht mehr auf, dass die kosteneffizienzmaximierte Architektur einfallslos, öde und unispiriert ist.
So wie der Farbeinsatz bei Bauten für "die Jugend" hier und anderswo eingesetzt wird, bleibt nur zu sagen: FARBE IST VERBRECHEN