Bauen im Weltkulturerbe
Neubau von Carsten Roth in Wien
Der Hamburger Architekt Carsten Roth meldet die Fertigstellung der neuen Firmenzentrale der Österreichischen Volksbanken-AG, des viertgrößtes Bankinstitut Österreichs, in Wien. Der Bauplatz liegt inmitten des UNESCO-Weltkulturerbe-Kerngebiets am Wiener Ring. Der Gebäudekomplex wird von der Peregringasse, Kolingasse, Liechtensteinstraße und Maria-Theresien-Straße begrenzt. Die Gründerzeithäuser dieses Bereiches bilden einen großen Teil der Identität des Wiener Stadtbildes und der Ringstraßenzone.
„Im Angesicht der Kernzone des Weltkulturerbes wird nach außen diskrete Zurückhaltung geübt, ohne jedoch devot zu erscheinen. Im Inneren entwickelt sich das Selbstverständnis einer modernen Bank zu räumlicher Weite und Höhe. Während Banken in der ganzen Welt davon träumen, an der Skyline zu partizipieren, werden hier sechs Türme zu einer ganz eigenen Skyline im Inneren vom Gebäude selbst umschlossen“, sagt der Architekt.
Beim Wettbewerb 2007 hatte die Jury die Gestaltung des Innenhofes und den Umgang mit dem einbezogenen Altbestand positiv bewertet. Alt- und Neubau sind unter einem Dach vereint, und die Fassaden des Neubauteils nehmen auf die Gestaltungsprinzipien des historischen Bestandes Rücksicht.
Der Architekt weiter: „Das Gebäude ist steinern, hochkomplex organisiert mittels dreigeteilter Zonierung und Mezzanin, mit Symmetrien, Risaliten, Gesimsen und Lochfenstern – vertikal übereinander geordnet. Die gleichsam schwebende achtstöckige Hauptfassade bleibt ohne Unterstützung im Erdgeschoss.“
Der Gebäudekomplex mit einer Bruttogeschossfläche von 25.000 Quadratmetern bietet Platz für rund 800 Mitarbeiter.
Fotos: Klaus Frahm
Ergebnis:
räumlich beeindruckendes Atrium, schöne Mitarbeiterkantine.
Der Aufgang zum Atrium ist leider etwas missglückt, wie auch sämtliche Büroflure: klein verwinkelt, Deckenhöhe von (gefühlt) 2,20m.
Bemerkenswert ist die große Kunstsammlung der Volksbank, zu sehen in den (zu schmalen) Gängen.
Das Äußere lässt sich an den Bildern ganz gut nachvollziehen. Das innere Konzept wurde auch nach der Führung nicht klar...irgendwie alles wurschtelig?
klassische Proportionen - modern interpretiert:
Sockelzone - Mittelteil - Attikabereich.
Raster als Grundlage, welches aber durch leichte Varianz angenehm einer "dudlerschen" Strenge vorbeugt. Materialwahl und Farbgebung angepasst.
Ein schoener Stadtbaustein.
Als wäre es eben schon viele Jahre dort - und man kann es dennoch jeden Tag neu entdecken. Ich gehe dort fast jede Woche vorbei und entdecke immer wieder neue und vor allem durchdachte Details - ohne das diese mich auffordern oder gar "anschreien" (wie es in der Nachbarschaft leider auch kläglich versucht wurde).
Danke für einen gefühlvollen Bau in dieser noch imposanten Nachbarschaft!
Und lassen Sie sich nicht beirren von Meinungen die von der simplen Betrachtung eines Fotos herrühren.
Weiter so!
Insgesamt ein typisches Gebäude, das man nach 20 Jahren generalüberarbeitet, weil man's nicht mehr sehen kann.