Montana, Mustangs, Holzhofhaus
Privates Wohnhaus von Barkow Leibinger
Besonders dicht besiedelt ist Montana im Nordwesten der USA nicht: So ist die Kleinstadt Bozeman mit gerade 38.000 Einwohner*innen bereits die viertgrößte Stadt des US-Bundesstaates und Sitz der Countyverwaltung. Entlang der nördlichsten Ausläufer der Rocky Mountains streckt sich das Land weit und flach. Etwas südlich von Bozeman – mit gutem Blick über die Stadt und auf die Bridger Mountain Range – haben Barkow Leibinger (Berlin/New York) für einen privaten Bauherren ein quadratisches Holzhaus entworfen, das sich um einen ebenfalls quadratischen, allerdings nicht mittig gesetzten Innenhof sortiert.
Das Haus ist zum Wohnen und Arbeiten gedacht. Es steht auf einer Betonplatte von 27 auf 27 Metern, die Wohnfläche beträgt 237 Quadratmeter. Die Platte folgt mit kleinen Stufen dem sanften Gefälle des Grundstücks: Am höchsten Punkt im Südwesten sitzt die Doppelgarage, am tiefsten im Nordosten das Hauptschlafzimmer. Das Flachdach mit seinen Brettschichtholzträgern bildet jedoch eine durchgehende, horizontale Linie. Das erzeugt den Effekt, dass die Räume nach Nordosten hin immer höher werden: Die lichte Raumhöhe steigt von 2,70 Meter auf 3,30 Meter.
Eine durchgehende Beton-Stützmauer bildet die südliche Hauskante und bietet eine Sitzecke mit Außenkamin. Im Süden und Südwesten ist mit kommender Nachbarbebauung zu rechnen – Bozeman wächst –, daher öffnet sich der Grundriss nach Norden und Osten. Zum Panoramablick nach Norden sind Küche, Wohn- sowie das Hauptschlafzimmer orientiert. Im Westen liegt der Hausflügel mit zwei weiteren (Gäste-)Schlafzimmern und jeweils direkt zugeordneten Bädern. Im Südosten liegt ein gut 30 Quadratmeter großes Studio zum Arbeiten, aber auch die kleine Sauna. Nach Osten öffnet sich der 15 x 15 Meter große Innenhof unter einem durchlaufenden Flachdach hindurch zu einem kleinen Wäldchen entlang des Bachs. Nach Norden liegen Felder, auf denen – natürlich! – Mustangs grasen.
Der Bau ist eine Holzkonstruktion aus Leichtholzrahmen und Brettschichtholz aus nordamerikanischer Douglasie. Barkow Leibinger schreiben: „Wir haben uns für vor Ort vorgefertigte Holzelemente als nachhaltigste Materialwahl und Herangehensweise entschieden. (...) Die technische Möglichkeit, ein historisch gewachsenes Material am Bauort anzupassen, faszinierte uns. In Bozeman sind die Winter extrem und die Sommer kurz. Das Haus kann im Winter auf ausgewählte beheizte Bereiche ,heruntergefahren‘ werden, um Energie zu sparen.“ Den Hof gestaltete das Büro mit ortstypischen Espen, Kies und Flussgestein. Die Holzträger der Dachplatte bleiben unten offen und liegen jeweils parallel zu den Dachkanten; so treten sie an jeweils einer Gebäudeecke offen nach außen. Das verstärkt noch mehr den Eindruck, dass dieses Haus sich zu der umgebenden Natur öffnet. (fh)
Fotos: Iwan Baan
Manchmal aber eben doch!
Und:
Dass man in den Staaten noch
des weiten Landes Traumes frönt,
und wer´s sich leisten kann, sein Dasein
gern mal mit Verschwendung "krönt",
ist halt ein Fakt.
Man mag es dreh´n
und wenden, wie man will.
Doch ist dies Haus nun wirklich
eher nicht derartig schrill.
Ob es sich dennoch eignet,
Nachhaltigkeit zu erörtern....
(Mein´s ist´s nicht, bedarf es dazu
Zahlen mehr statt Wörtern.)
Wenn man an kalten Tagen aber
aus dem halben Haus zieht aus,
ist die and´re Hälfte vielleicht
doch ein Ferienhaus!?
Sei´s drum.
Wer glaubt, in Umweltdingen
ohne Sünde stets zu sein,
der werfe wenigstens hier, bitte,
eher einen kleinen Stein.
Denn auch, wenn Nachhaltigkeit ist
nicht erstes Ziel gewesen:
An solch Gestaltung und Detail,
könnt´ mancher Bau genesen!
Einige Kommentatoren scheinen weder mit dem Durchschnittsflächenbedarf pro Person in den USA vertraut zu sein (Danke, ac-arch!), noch moderne Fensterbautechnik zu kennen ...
Nein, sorry, sehe ich nicht. Da fügt sich das Flachdach mit offenem Hof und großen Fenstern UM MEILEN besser ein. Und das man hinter großen Scheiben im Winter friert ist ein Aberglaube von ca 1915, da können sie ja gleich schreiben, dass das Holz bestimmt brennt. Uiuiui, und dann noch mit einem offenen Kamin. Diese Architekten sind doch des Teufels!