Tilla Theus ausgezeichnet
Prix Meret Oppenheim 2026
Tilla Theus erhält den Prix Meret Oppenheim 2026. Auf Empfehlung der Eidgenössischen Kunstkommission ehrt das Bundesamt für Kultur die Schweizer Architektin für ihre „eigenständige, einfühlsame Architektur“. Weitere Preisträger in diesem Jahr sind der Künstler Fabrice Gygi und der Kunsthistoriker Hilar Stadler.
1943 in Chur geboren, gründete Theus unmittelbar nach ihrem Abschluss an der ETH Zürich 1969 ihr eigenes Büro. Bereits ihre frühesten Projekte zeugen von ihrer Sorgfalt im Umgang mit baukulturellem Erbe, so die Preisrichter*innen. Stets bewahrten Theus Bestandstransformationen die innere Logik der Bauten. Exemplarisch dafür stehe der Sandstein-Anbau der Rathauswache in Zürich, der die Säulenhalle des Bestands verlängert und ihre ursprüngliche Kraft wiederherstelle. Oder die Sanierung des Leuenhofs, bei dem eine Verbundstruktur im Innenhof eine denkmalgerechte Erdbebenertüchtigung ohne Eingriffe in die innere Gebäudestruktur ermöglichte.
Ihr ethisches Verständnis von Architektur zeigt sich besonders in sozialen Bauprojekten wie dem Alters- und Pflegeheim Grünhalde in Zürich, für das sie 1980 die Auszeichnung der Stadt Zürich für gute Bauten erhielt. Die Jury betont, dass sie warme, menschliche Räume für oft marginalisierte Gruppen schaffe, insbesondere für ältere Menschen.
Zu den vielen Großprojekte im Portfolio der Architektin zählen Neubauten wie der Hauptsitz der FIFA und mehrere Autoschauhäuser für AMAG, den größten Automobilunternehmer der Schweiz.
Das Bundesamt für Kultur verleiht den Prix Meret Oppenheim jährlich auf Empfehlung der Eidgenössischen Kunstkommission an Persönlichkeiten aus den Bereichen Kunst, Architektur, Kunstvermittlung, Forschung oder Kritik. Die Grand Prix Kunst ist mit jeweils 40.000 Schweizer Franken dotiert. Die Preisverleihung findet am 15. Juni 2026 in der Messe Basel statt. Im Anschluss wird die Ausstellung Swiss Art Awards eröffnet.
Text: Ella Einicke




„Ihr ethisches Verständnis von Architektur zeigt sich besonders in sozialen Bauprojekten wie dem Alters- und Pflegeheim Grünhalde in Zürich, für das sie 1980 die Auszeichnung der Stadt Zürich für gute Bauten erhielt. Die Jury betont, dass sie warme, menschliche Räume für oft marginalisierte Gruppen schaffe, insbesondere für ältere Menschen. Zu den vielen Großprojekten im Portfolio der Architektin zählen Neubauten wie der Hauptsitz der FIFA und mehrere Autoschauhäuser für AMAG, den größten Automobilunternehmer der Schweiz.“ Das ist an Zynismus ja kaum zu überbieten … FIFA und Autohäuser – marginalisierter geht’s nimmer!