Robuste Flexibilität
Schule in Amsterdam von Ard Hoksbergen
Agora heißt ein neues Schulkonzept aus den Niederlanden, das dort zunehmend Verbreitung findet. Es basiert auf einem Lernmodell ohne feste Fächer, Stundenpläne und Klassenräume; es gibt weder Noten noch Klassenarbeiten. Das Konzept richtet sich an Schüler*innen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Von Coaches begleitet lernen sie in Gruppen mit 12 bis 17 Jugendlichen weitgehend selbstbestimmt, anhand von Challenges, deren Themen sie teilweise selbst (mit-)bestimmen können.
In Amsterdam-Noord wurde nun das erste, für dieses Konzept entwickelte Schulgebäude eingeweiht. Die Entwürfe für Agora Xplore stammen von Studio Ard Hoksbergen (Amsterdam) in Zusammenarbeit mit VDNDP (Zaandam/Enschede). Bauherrin ist die niederländische Schulstiftung ZAAM. Der Neubau bietet auf 5.825 Quadratmetern Bruttogeschossfläche Platz für bis zu 600 Schüler*innen. Er übersetzt die Bildungsphilosophie in eine „radikal offene Raumstruktur“, heißt es in der Projektbeschreibung. Dafür wurden die Entwürfe ein halbes Jahr lang in Workshops mit Fachleuten, Schüler- und Lehrer*innen besprochen.
Ein zehn Meter hoher Raum bildet das räumliche und soziale Zentrum. Drum herum liegen unterschiedlich große Coaching-Bereiche und sechs Werkstätten – zum Beispiel ein Labor, ein Atelier oder ein Musikraum. Sie sind durch Glaswände getrennt. So bleiben die Aktivitäten der Lerngruppen sicht- und nachvollziehbar, kollektive und individuelle Arbeit sichbar verbunden.
Auch Treppen, breite Gänge und Zwischenräume mit allerlei Nischen bieten Orte für verschiedene Formen des Lernens und Zusammenarbeitens, aber auch für Pausen. Insgesamt finden sich 35 Lernräume unterschiedlicher Größen im Gebäude.
Schiebewände und Spannweiten von bis zu 15 Metern unterstützen das offene und flexible Raumkonzept zusätzlich.
Am Haupteingang befindet sich zudem ein „Grand Café“, das auch von der Nachbarschaft genutzt werden kann. In einer Kombination aus offen liegender Holzkonstruktion mit vorgefertigten Wand- und Deckenelementen aus Beton und einer Fassade aus ebenfalls vorgefertigten Klinkerfeldern, die in teilweise spielerischen und offenen Verbädnen gelegt wurden, zeigt sich Agora Xplore vor allem als robustes Gebäude, das auch in Zukunft an veränderte Lernkonzepte angepasst werden kann. (fh)
- Architektur:
- Studio Ard Hoksbergen mit VDNDP
- Bauherrin:
- Stiftung ZAAM Interconfessional Secondary Education
- Team Architektur:
- Ard Hoksbergen, Erik Hoogendam, Hiu Yu Ong, Marc Wools, Fred Jager
- Tragwerk und Statik:
- Van Rossum
- Bauphysik:
- Peutz
- TGA:
- Huisman & Van Muijen
- Lichtplanung:
- Clemens Lichtadvies
- Fläche:
- 5.825 m² Gross Floor Area