Wohnen im Park
Stadtvillen in Frankfurt fertig gestellt
Unter dem Titel „Wohnen im Park“ wurden vor kurzem sechs Stadtvillen in einem denkmalgeschützten Park auf dem Frankfurter Mühlberg fertig gestellt. Entworfen und geplant hat die mit grauem Klinker verkleideten Wohnkuben das Frankfurter Büro Stefan Forster Architekten (siehe BauNetz-Meldung zur Planvorstellung vom 26. Februar 2007).
Die zwei- und dreigeschossigen Stadtvillen sind in zwei Reihen leicht versetzt angeordnet. Ihre reduzierte Ästhetik soll an Mies van der Rohes Haus Lange und Haus Esters am Niederrhein erinnern, Großformatige Fenster mit schlanken Profilen, tiefe Brüstungen, große Raumhöhen und Vollholzparkett sollen die hochwertige Ausstattung der geräumigen Wohnungen, welche in Ein- und Zweispännern organisiert sind, ergänzen. Alle 32 Wohnungen sind bereits bezogen.
Herzlichen Dank für Deine Kommentare,
viel besser hätte ich es auch nicht schreiben können.
Mit Goethe und Ernst May hat das Projekt nun wahrlich nichts zu tun. Viele Grüsse aus Frankfurt
Was Goethe denken würde, wissen wir alle nicht. Darüber zu spekulieren ist weder relevant noch interessant - schlicht überflüssig.
Die meisten hier wissen, dass das keine Villen im ursprünglichen Sinn sind. Egal was Du dir unter "Wohnen in der Villa" vorstellst, "Prunk und starke Details" haben nichts zu tun mit den Kriterien des Gebäudetypus Villa. Vor dem mahnenden Umgang mit Begriffen empfiehlt sich ein wenig Lektüre, z.B. das Nachschlagen unter "Villa rustica" und "Villa urbana".
Vermeintliche "Stadtvillen" schießen an jeder Ecke aus dem Boden. Ansonsten gibt es "mediterranes Flair", "junges, citynahes Wohnen" und "Penthouseparadiese". Das ist blödsinnige PR-Sprache, aber dagegen ist kein Kraut gewachsen. Willst Du dich dauerhaft darüber echauffieren?
Bei dieser Anlage handelt es sich um stinknormalen, gehobenen Wohnungsbau. Wem kubische Baukörper, Holz und Klinker, zurückhaltende Lochfassaden und eine bevorzugte Wohnlage nicht edel genug sind, der sucht oder baut sich eine andere Immobilie.
Menschen haben etwas hergestellt und es verkauft. Dabei haben sie Geld verdient, wenn sie es richtig angestellt haben. Willst du wirtschaftliches Handeln ernsthaft zum Vorwurf machen und als Gewinnmaximierung diskreditieren?
Du bezeichnest das Projekt abfällig als "verdichtet". Zumindest das Projekt wertest du damit nicht ab, denn: 1. Verdichteter Städtebau kann sinnvoll sein. Und 2. Wer in diesem Zusammenhang von "verdichtet" spricht, zeigt das Maß seiner Sachkenntnis.
Grüße
Lars U.
Das Ganze wirkt auf mich einfach plump, klobig und wenig differenziert - eben ganz im Sinne einer quadratisch-praktisch-gut(?)-Architektur. Mag sein, dass man trotzdem ganz gut darin wohnen kann - aber unter Wohnen in der Villa stelle ich mir etwas völlig anderes vor.
Goethe würde wahrscheinlich gar nichts sagen, käme er vorbei, denn es hätte ihm schlicht die Sprache verschlagen, hätte ihm einer gesagt, dass es sich bei den Klinkerwürfeln an seinem Wegesrand um Villen handeln soll....