Akademische Windmühle
Studierendenwohnheim in Warschau von Projekt Praga
Die Universität Warschau hat auf dem Campus Sluzewiec im Süden der Hauptstadt ein neues Wohnheim für Studierende eröffnet. Entworfen wurde es infolge eines Wettbewerbs vom ebenfalls in Warschau ansässigen Büro Projekt Praga, das mehr oder weniger parallel auch einen Neubau für die psychologische Fakultät der Hochschule plante. Nach Angaben der Architekt*innen ist Akademik Nr. 7 der erste Wohnheimneubau der Universität in den letzten 60 Jahren.
Der Baukörper mit sieben Obergeschossen und einem Untergeschoss bietet auf einer Fläche von fast 10.300 Quadratmetern Platz für 138 Wohneinheiten mit unterschiedlichen Grundrissen. Sie sind überwiegend als Doppel- oder Vierer-Einheit ausgeführt, darunter 16 vollständig barrierefreie Zimmer. Hinzu kommen einige kleine Apartments für Doktoranden und Lehrende. Jede Etage verfügt über Gemeinschaftsküchen mit Essbereichen sowie Lernräume für Einzel- und Gruppenarbeit.
Untergebracht ist das Raumprogramm in einer kompakten Struktur, deren Grundriss einer Windmühle gleicht. Die vier eigenständigen Flügel sind jeweils als kleine, eng verzahnte Wohngemeinschaften mit etwa 18 Bewohner*innen konzipiert. Zentraler Treffpunkt ist ein verglastes Atrium, mit rundem Lichthof in der Mitte. So sollen soziale Kontakte gefördert und zugleich ein gewisses Maß an Privatsphäre gewährleistet werden. Insbesondere lange, anonyme Flure konnten vermieden werden. Stattdessen liegen Wohncluster und die um das Atrium gruppierten Gemeinschaftsbereiche dicht beieinander.
Das Erdgeschoss beherbergt weitere Räume, die von allen genutzt werden können und die sowohl von innen als auch von außen zugänglich sind. Sie schaffen den nahtlosen Übergang zu vier thematisch gestalteten Höfen zwischen den Gebäudetrakten. Hier finden sich unter anderem ein Fitnessraum mit Sportplatz und Outdoor-Trainingsgeräten, eine Lounge mit Terrasse und Grillplatz sowie eine Waschküche. Die als Rampe gestaltete Einfahrt zur Tiefgarage bringt auf ihrer Rückseite ein Mini-Amphitheater mit gestuften Sitzflächen unter. Zwei gegenüberliegende Flügel verfügen über ein zur Hälfte offenes Erdgeschoss, hier verläuft wettergeschützt die Erschließung zum Eingangsbereich des Atriums.
Innen wie auch an den Fassaden sollen warme sandfarbene und rostorange Töne einen wohnlichen Charakter schaffen. Die Räume im Erdgeschoss verfügen über geschosshohe Verglasungen, dank des Grundrisses bieten alle Zimmer Ausblicke ins Grüne. Für die visuelle Identität des Wohnheims, die die Orientierung erleichtern soll, zeichnet das Warschauer Grafikdesignstudio von Alina Rybacka und Wojtek Staniewski verantwortlich. Sie basiert auf einer Reihe von geometrischen Formen, die auch eine der Putzfassaden zieren. (da)
- Fertigstellung:
- 2024
- Architektur:
- Projekt Praga
- Mitarbeitende:
- Karolina Tunajek, Marcin Garbacki, Jacek Wochowski, Patrycja Arasim, Agata Bonisławska, Bartek Dudziński, Damian Kasperowicz, Katarzyna Krokos, Malwina Mąka, Joanna Ryżko, Kinga Rzeplińska, Zuzanna Sprogis, Zofi a Stachura, Michał Sztolcman
- Tragwerk:
- PF Projekt
- Freiraumgestaltung:
- PASA Design
- Visuelle Identität:
- Alina Rybacka und Wojtek Staniewski
- Technische Installationen:
- Studio Klima
- Bauherrschaft:
- Universität Warschau
- Fläche:
- 10.300 m² BGF




