Kreisläufe bauen
Barbara Buser erhält Jane Drew Prize 2026
Die Schweizer Architektin Barbara Buser erhält den Jane Drew Prize 2026. Die Auszeichnung wird jährlich von den Zeitschriften The Architects’ Journal und The Architectural Review vergeben und ehrt Architektinnen, die „durch ihre Arbeit und ihr Engagement für herausragendes Design das Ansehen von Frauen in der Architektur gestärkt haben“.
Buser gilt als eine der Pionierinnen des zirkulären Bauens. Lange bevor Fragen der Wiederverwendung und Ressourcenschonung in der Architektur breitere Aufmerksamkeit erhielten, beschäftigte sie sich mit entsprechenden Strategien. Seit den 1990er-Jahren initiierte sie eine Reihe von Projekten zum Thema. 1995 gründete sie gemeinsam mit Klara Kläusler den Verein Bauteilbörse Basel, ein Jahr später folgte der Thinktank denkstatt sàrl.
1998 entstand zusammen mit Eric Honegger das baubüro in situ, das heute mehr als sechzig Mitarbeitende an drei Standorten beschäftigt. Zu den Projekten des Büros zählen etwa die Aufstockung K118 in Winterthur oder das Kultur- und Gewerbehaus ELYS in Basel. Auch am CRCLR House in Berlin waren Buser und Honegger beteiligt – als Gesellschafter der Die Zusammenarbeiter. Ohne Buser gäbe es auch die Ausgründung in situs Zirkular nicht, die seit 2020 als Fachplaner für zirkuläres Bauen tätig ist und 2022 auf der BauNetz-Shortlist stand.
Zu Busers jüngsten Initiativen gehört ein Unternehmen, das sie gemeinsam mit ihrer Tochter betreibt und das sich der Wiederverwendung hochwertiger Stahlküchen widmet. Wie sie in einem Interview mit BauNetz id erläuterte, könnten diese Küchen technisch bis zu hundert Jahre genutzt werden, werden jedoch im Schnitt bereits nach etwa zwanzig Jahren ersetzt.
Der Jane Drew Prize wird seit 1998 vergeben und ist nach der britischen Architektin Jane Drew (1911–96) benannt. Die Modernistin gründete unter anderem eines der ersten Architekturbüros ausschließlich mit Frauen und wurde 1961 als erste Professorin für Architektur an das Massachusetts Institute of Technology berufen. Zu den Preisträgerinnen zählen Anne Lacaton (2025) und Iwona Buczkowska (2024), ebenso wie Yasmeen Lari (2020), Denise Scott Brown (2017) und Zaha Hadid (2012).
Parallel zum Jane Drew Prize wird der Ada Louise Huxtable Prize vergeben, benannt nach der US-amerikanischen Architekturkritikerin Ada Louise Huxtable (1921–2013). Er ehrt Persönlichkeiten, die die Architekturkultur prägen. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an die britische Künstlerin und Kulturaktivistin Lubaina Himid, die seit den 1980er-Jahren als zentrale Figur der Black Arts Movement mit ihren Arbeiten und kuratierten Ausstellungen zur Sichtbarkeit schwarzer Künstler*innen beigetragen hat. (gk)





