Export-Import der Baukultur
Goethe-Institut in Dakar von Kéré Architecture
Export-Import der Baukultur
Goethe-Institut in Dakar von Kéré Architecture
Am Samstag, 18. April hat das Goethe-Institut seinen lange erwarteten Neubau in Dakar eröffnet. Es soll ein Ort sein, der die vielschichtige Kulturgeschichte Dakars würdigt und ein Zeichen für das nachhaltige Bauen im Senegal setzt. Der Entwurf stammt vom Berliner Büro Kéré Architecture. Für die Ambition, die das Goethe-Institut mit dem ersten, dezidierten Neubau in seiner 75-jährigen Geschichte verbindet, könnte es keinen passenderen Botschafter als dessen Gründer Diébédo Francis Kéré geben.
Diébédo Francis Kéré steht wie kein anderer für die wachsende Bedeutung Afrikas in der Architektur. Aufgewachsen in Bukina Faso, bekannt geworden mit einem einfachen Schulbau in seinem Heimatdorf Gando, groß geworden mit einem Büro in Berlin und 2022 mit dem Pritzker-Preis geehrt, steht er auch für einen afrikanisch-deutschen Export-Import in Sachen Baukultur. Viele seiner Bauten sind – in Europa wie in Afrika – Beispiele für Low-Tech, traditionelle Bauweise und lokale Materialien. Eben dies kommt nun auch beim Goethe-Neubau zum Einsatz.
Das Goethe-Institut Dakar befindet sich in einem Wohngebiet, fünf Minuten Fußweg vom Meer entfernt, neben dem Léopold-Sédar-Senghor-Museum, in dem einst der Dichter und erste Präsident der Republik lebte. Die Anlage auf dem 2.700 Quadratmeter großen Grundstück besteht aus zwei Pavillons am Eingang und einem zweistöckigen, L-förmigen Hauptbaukörper. Auditorium, Cafeteria und Bibliothek kommen im Erdgeschoss unter, darüber Verwaltungsbüros und Unterrichtsräume.
Das Ensemble umstellt einen großen Baobab, den im Senegal heiligen Baum. In seinem Schatten, so die Tradition, wird palavert – was in Afrika so viel heißt, wie Probleme besprechen und beieinander sein.
Die Bauweise will Signale für nachhaltiges Bauen ins Land senden. Vor Ort produzierte Ziegel aus dem in der Umgebung von Dakar verfügbaren Laterit geben als tragende Wände, Trennwände und als Verkleidung der Betonkonstruktion dem Haus ein Gesicht. In einer handbetriebenen Presse wird das eisenhaltige Gestein zu Blöcken gepresst und mit etwa acht Prozent Zement stabilisiert. Weil man für die Herstellung fast keine Energie und auch kein Wasser benötigt, hängt die Klimabilanz allein von der Länge des Transportwegs ab.
Das Goethe-Institut Dakar befindet sich in einem Wohngebiet, fünf Minuten Fußweg vom Meer entfernt, neben dem Léopold-Sédar-Senghor-Museum, in dem einst der Dichter und erste Präsident der Republik lebte. Die Anlage auf dem 2.700 Quadratmeter großen Grundstück besteht aus zwei Pavillons am Eingang und einem zweistöckigen, L-förmigen Hauptbaukörper. Auditorium, Cafeteria und Bibliothek kommen im Erdgeschoss unter, darüber Verwaltungsbüros und Unterrichtsräume.
Das Ensemble umstellt einen großen Baobab, den im Senegal heiligen Baum. In seinem Schatten, so die Tradition, wird palavert – was in Afrika so viel heißt, wie Probleme besprechen und beieinander sein.
Die Bauweise will Signale für nachhaltiges Bauen ins Land senden. Vor Ort produzierte Ziegel aus dem in der Umgebung von Dakar verfügbaren Laterit geben als tragende Wände, Trennwände und als Verkleidung der Betonkonstruktion dem Haus ein Gesicht. In einer handbetriebenen Presse wird das eisenhaltige Gestein zu Blöcken gepresst und mit etwa acht Prozent Zement stabilisiert. Weil man für die Herstellung fast keine Energie und auch kein Wasser benötigt, hängt die Klimabilanz allein von der Länge des Transportwegs ab.
Das Metalldach hilft den Baukörper kühlen, schützt den wasserempfindlichen Laterit vor heftigen Regengüssen im Spätsommer und spendet Schatten. Dass die Klassenräume trotz des Low-Tech-Ansatzes klimatisiert sind, hängt nicht nur mit den hohen Temperaturen, sondern auch mit den deutschen Arbeitsverträgen der Mitarbeiter*innen zusammen. Diese müssen wie zu Hause geschützt werden, erklärt Marc Sommer vom Büro rebuild.ing, das Kérés Entwurf als Generalplaner vor Ort umsetzte. Hinzu kommt, dass bei derlei Bauten, das Baurecht von Deutschland und Senegal anzuwenden war. Entsprechend dem Höherwertigkeitsprinzip galt demzufolge der jeweils höhere technische Standard in Bezug auf Sicherheit und Barrierefreiheit.
Die Eröffnung war ursprünglich für 2023 geplant. Doch Bauen in Senegal heißt eben auch, Verzögerungen durch Sportgroßveranstaltungen oder Präsidentschaftswahlen hinzunehmen. Hinzu kommt, dass es in Senegal keine Bauindustrie gibt und Material importiert werden muss, das dann auch schon mal Monate beim Zoll hängen bleibt.
Die Eröffnung war ursprünglich für 2023 geplant. Doch Bauen in Senegal heißt eben auch, Verzögerungen durch Sportgroßveranstaltungen oder Präsidentschaftswahlen hinzunehmen. Hinzu kommt, dass es in Senegal keine Bauindustrie gibt und Material importiert werden muss, das dann auch schon mal Monate beim Zoll hängen bleibt.
Bautafel
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- Kéré Architecture, Diébédo Francis Kéré
- Design Team:
- Jaime Herraiz Martínez, Andrea Maretto
- Mitarbeit:
- Fabiola Büchele, Léon Bührer, Javier Mola Cardenes, Linda Franken, Juan Carlos Zapata
- Generalplanung (ab LPH 5):
- rebuild.ing
- Team:
- Marc Sommer, Martina Logarusic, Aysegül Güner, Andreas Herdle, Friedrich Hohnerlein
- Weitere Beteiligte:
- Worofila, André Poretti, Delta Ingenieurs Conseils, Dial Consulting, Scat Internationale, Elementerre, Matthias Middelkamp
- Bauherr:
- Goethe Institut e.V.
- Fläche:
- 1.800 m² Bruttogrundfläche
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