Update für den Josephkonsum
Sanierung in Leipzig von bla° architekten
Leipzig zählt zu den Zentren der Konsumgenossenschaftsbewegung, die sich mit dem 1884 gegründeten Konsum-Verein Leipzig-Plagwitz für eine bezahlbare Lebensmittelversorgung einsetzte. Davon zeugt zum Beispiel die ehemalige Konsumzentrale, die kürzlich als Bürogebäude revitalisiert wurde. Ein ähnliches Transformationsprojekt kam Anfang 2026 an der Plagwitzer Karl-Heine-Straße zum Abschluss. bla° – Blässe Laser Architekten (Leipzig) und Georgi architektur + Stadtplanung (Chemnitz) haben dort ein früheres Konsum-Kaufhaus, den sogenannten Josephkonsum, energetisch saniert und zum Geschäftshaus umgebaut.
Der imposante Bau an der Ecke zur Josephstraße eröffnete 1912. Entworfen hatte ihn der Leipziger Architekt Emil Franz Hänsel, von dem auch das Nachbargebäude der Schaubühne Lindenfels stammt. 1913 und 1929/30 in die Josephstraße hinein erweitert, diente das Gebäude bis 1992 als Kaufhaus. Im Anschluss wurde es zum Bürohaus mit Gewerbe im Erdgeschoss umgebaut. Der aktuelle Umbau ändert an der Nutzung nur wenig, stellt dafür Technik und Raumstruktur des Hauses neu auf.
Dem stark überformten und in seiner Substanz geschädigten Denkmal seine ehemalige Ausstrahlung zurückgeben, war ein Ziel, erklären die Architekt*innen. Zum anderen stellten sie mittels Geothermie sowie Heiz- und Kühldecken KfW-Standard her und überarbeiteten die Organisation der Innenräume. Über dem Erdgeschoss entstanden auf fünf Ebenen und 5.240 Quadratmeter zehn Mieteinheiten mit Platz für insgesamt 250 Personen. Das Angebot richtet sich an regionale Unternehmen aus der Kreativ-, IT- oder Mobility-Branche, die hybrid und vernetzt Arbeiten wollen.
Das Betonskelett gab das Raster vor. Offene Arbeitsbereiche und Zellenbüros bilden einen äußeren, straßenseitigen Ring, Kommunikationsbereiche und Küchen sind hofseitig angeordnet. Der großzügige Innenhof mit einer scheinbar schwebenden, großen Lichtkugel wird gemeinsam genutzt. Größere bauliche Veränderungen erfuhr das neue Foyer. Darüber hinaus bauten bla° das bisher ungenutzte Mansarddach zur Maisonette aus und erweiterten ein Geschosse am mittleren Treppenhaus.
In den Innenräumen zeige sich nun „ein Wechselspiel aus historischer Substanz und moderner Adaption“, so bla°. Gut erhaltene Details habe man nach historischen Vorlagen aufgearbeitet, ergänzt oder neu zusammengefügt, etwa in den Treppenhäusern und am Dachgebälk. Langlebige Materialien wie profilierte glasierte Feinsteinzeuge, unbehandeltes Messing, natürliche Eiche und farbiges Linoleum kamen zum Einsatz. (da)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- bla° – Blässe Laser Architekten
- Projektteam:
- Stefan Blässe, Robert Laser, Claudia Haak, Georg Blüthner, Patrick Pester, Magdalena Majewska
- Mitarbeit:
- Georgi architektur + stadtplanung
- Bauherrschaft:
- Immobilienpartner P + K OHG
Und den Bauherren zu vielen schönen Dingen bewogen.
Danke!