Verbindung für Split
Studio 3LHD und Pipenbaher Consulting Engineers planen Brücke
Die Hafenstadt Split bekommt eine Brücke. Als Teil eines staatlichen Infrastrukturprojekts soll sie künftig die Bucht von Kaštela überspannen und damit einen neuen Eingang zur Stadt schaffen. Aus zwölf eingegangenen Wettbewerbsbeiträgen wählte die kroatische Straßenbaugesellschaft Hrvatske ceste den Entwurf von Studio 3LHD (Zagreb) und Pipenbaher Consulting Engineers (Slovenska Bistrica) für die weitere Bearbeitung. Diese veröffentlichten nun Pläne, Konzeptzeichnungen und zahlreiche stimmungsvolle Visualisierungen der Kaštela Bay Bridge.
Auf rund 1,6 Kilometern wird die Brücke die Autobahn A1 über die Kreuzung Vučevica mit dem Fährhafen in Split verbinden. Damit dürfte sie insbesondere für Anreisende vom Flughafen oder aus dem Nachbarort Trogir interessant werden. Denn bislang muss die gesamte Bucht umfahren werden, um von dort aus ins Stadtzentrum zu gelangen. Mit der Positionierung im Norden Splits wird die hoch aufragende Brücke aber nicht nur als neue Erschließungsachse für die hügelige Hafenstadt dienen, sie verleiht ihr auch eine gänzlich neue Silhouette aus Nord- und Westrichtung. Die Architekt*innen sprechen von einem „maritimen Tor für Split“.
Die Kaštela Bay Bridge ist Hauptteil einer umfangreichen Transformation am Nordufer der Bucht. So soll das Gebiet, das seit Jahrzehnten von militärischer und industrieller Infrastruktur geprägt ist, langfristig zum attraktiven Stadtraum ertüchtigt werden. Erste Aufenthaltsmöglichkeiten sind bereits auf der Brücke selbst angedacht: Seitlich der Fahrbahn sollen abgesenkte Fuß- und Radwege auf Höhe der Pylone kleine Sitznischen mit Blick aufs Wasser ausbilden.
Die beiden rund 160 Meter aufragenden Pylone tragen die Lasten der Fahrbahn mit bis zu 400 Meter langen Schrägseilen. Ihre facettierte Form ist laut Studio 3LHD eine „Neuinterpretation der kristallinen Struktur des dalmatinischen Kalksteins – dem Grundbaustoff des Diokletianspalasts und der Altstadt von Split.“ Marjan Pipenbaher spricht von einer hoch anspruchsvollen Ingenieursleistung: „Besonderes Augenmerk wurde auf die Erdbebensicherheit des Bauwerks und die aerodynamische Stabilität der Brücke unter Bedingungen starker, böiger und schneller Winde gelegt.“ Die Konstruktion soll aus Stahl und bewehrtem Beton bestehen.
Das Gewinnerteam erhielt für den Beitrag eine Preissumme von 60.000 Euro. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 150.000 Euro vergeben. Die Baukosten sollen sich laut Lokalpresse auf rund 223 Millionen Euro belaufen. Darüber hinaus rechnet man mit Instandhaltungskosten von 125 Millionen Euro über die nächsten 100 Jahre. Auch rechnet man mit EU-Förderungen, die aber noch ausstehen. Die Bauzeit ist auf drei Jahre angesetzt. (tg)









die Kommentare soll mal einer verstehen…