Lounge auf dem Gartenflügel
Wettbewerb für Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften entschieden
Der Wettbewerb für die neue Wissenschaftslounge der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) ist entschieden: Der 1. Preis geht an Pasztori Simons Architekten (Berlin) mit Transsolar Energietechnik (Stuttgart/München), Ingenieurbüro Rüdiger Jockwer (Berlin) und Brandkontrolle Andreas Flock (Berlin).
Die 1700 von Gottfried Wilhelm Leibniz gegründete Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (vormals Preußische Akademie der Wissenschaften) fördert Forschung in den Natur- und Geisteswissenschaften, berät Gesellschaft und Politik und stärkt den Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Ihr Hauptsitz befindet sich heute im denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Preußischen Seehandlung am Gendarmenmarkt, das nach Kriegszerstörungen mehrfach umgebaut wurde. Das heute aus drei historischen Gebäuden bestehende Ensemble wurde bis 2022 von SSP Rüthnick Architekten schrittweise saniert und teilweise umgebaut.
Ziel der jetzigen Planungen sei es, die letzten „Kriegswunden am Gendarmenmarkt zu schließen“, wie die Akademie schreibt. Gemeint ist damit der östliche, sogenannte Gartenflügel im Inneren des Blocks, der im Zweiten Weltkrieg zerstört und anschließend nur eingeschossig wiederaufgebaut wurde. Durch eine zeitgenössische Aufstockung soll ein Begegnungs- und Arbeitsort für Mitglieder und Mitarbeitende sowie für Akteur*innen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft entstehen. Das Raumprogramm umfasst rund 280 Quadratmeter Nutzfläche. Für die Realisierung sind etwa 1,72 Millionen Euro brutto (Kostengruppen 300 und 400) veranschlagt, die Finanzierung soll über private Spenden erfolgen.
Am nichtoffenen Wettbewerb nach RPW nahmen zehn Büros teil. Aus 207 Bewerbungen waren zuvor sieben per Los ausgewählt worden – davon drei in der Kategorie „junges Büro“ (Alter unter 40 Jahre) und vier in der Kategorie „etabliert“, drei weitere Büros waren gesetzt. Zur Jury gehörten unter anderem Gustav Düsing, Lydia Heine und Aline Hielscher, den Vorsitz hatte Regula Lüscher inne. Im Überblick:
- 1. Preis: Pasztori Simons Architekten (Berlin) mit Transsolar Energietechnik (Stuttgart/München), Ingenieurbüro Rüdiger Jockwer (Berlin) und Brandkontrolle Andreas Flock (Berlin)
- 2. Preis: studioeuropa (München)
- 3. Preis: DFZ Architekten (Hamburg) mit Wetzel & von Seht (Berlin)
- Engere Wahl: Anderhalten Architekten (Berlin)
Alle prämierten Entwürfe setzen auf eine Ergänzung in Holzbauweise. Der Siegerentwurf von Pasztori Simons Architekten schlägt einen Bau mit begrünter Metallfassade vor. Den Verfassenden gelinge es, auf der vergleichsweise kleinen Fläche ein überraschend differenziertes Raumangebot zu schaffen, urteilte die Jury. Ein hoher Luftraum, Seminarräume und ein Dachgarten sollen unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten ermöglichen. Die Fassade wurde kontrovers diskutiert: Positiv bewertet wurden die Bezüge zum historischen Bestand, kritisch gesehen wurde das vorgelagerte begrünte Metallrankgerüst. Für die weitere Bearbeitung empfiehlt das Preisgericht unter anderem, „die Ausdruckskraft sowie die gestalterische Bedeutung des Entwurfs im Kontext des Gesamtbestands sorgfältig zu reflektieren“.
Die Wettbewerbsbeiträge sind vom 15. Juni bis Ende August 2026 im Foyer der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Jägerstraße 22/23, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr zu sehen. (dsm)



