Eleganz fürs Medical Valley
Bürogebäude in Hechingen von GAnZ Architektur
Hechingen ist vor allem für den Stammsitz der Hohenzollern bekannt: Hoch über der Stadt erhebt sich die neugotische Burganlage aus dem 19. Jahrhundert am nördlichen Rand der Schwäbischen Alb nahe Tübingen. Weniger sichtbar, aber wirtschaftlich prägend, ist die starke Präsenz mittelständischer Unternehmen – darunter zahlreiche Firmen aus der Medizintechnik. In diesem Kontext konnte das Büro GAnZ Architektur mit Niederlassungen in Hechingen und Berlin kürzlich ein neues Bürogebäude fertigstellen. Verantwortlich für die Innenraumgestaltung war die Ippolito Fleitz Group aus Stuttgart.
Der Neubau firmiert als Fundera Business Forum und ist in einem Gewerbegebiet nordöstlich der Innenstadt zu finden. Hier könnte perspektivisch ein größerer medizintechnologischer Campus entstehen, der die Idee eines Medical Valleys Hechingen auch räumlich verdichtet. Entsprechende Unternehmen sind bisher auf diverse Standorte verteilt. Seit über 20 Jahren gibt es das gleichnamige Interessensnetzwerk.
Das nun fertiggestellte Gebäude spielt in diesem Sinne eine besondere Rolle, weil es einerseits als Firmensitz des Medizintechnikherstellers Ewimed fungiert, andererseits aber auch Flächen zur Miete anbietet. Diese werden ergänzt durch flexibel nutzbare Konferenz- und Veranstaltungsräume sowie ein gastronomisches Angebot. Fundera und Ewimed gehören der gleichen Inhaberfamilie, die Mietflächen können bei Bedarf also auch für das Wachstum der eigenen Firma genutzt werden.
Die Architekt*innen positionieren das Bürogebäude derart, dass im Zusammenspiel mit der Lagerhalle ein kleines Ensemble entsteht. Beide zeigen sich mit einer hellen Fassade aus perforierten Metallpaneelen, was ihre Zusammengehörigkeit deutlich erkennen lässt. Am Bürogebäude tragen die Metallbänder zur Verschattung der großformatigen Fensterflächen bei.
In konstruktiver Hinsicht handelt es sich um einen Stahlbetonskelettbau mit zentral angeordnetem, gebäudehohem Atrium. Die Erschließung des oberirdisch dreigeschossigen Volumens erfolgt über zwei separate Treppenkerne. Ein kleiner Niveauversprung wird durch eine breite Stufenanlage überwunden, was den Eingangsbereich räumlich interessanter macht.
Die entsättigte Materialität der Fassade wurde im Inneren fortgesetzt. Nur im Bistro gibt es markantere farbliche Akzente. In ihrer technischen Eleganz passt die Gestaltung gut zum Geschäftszweck des hauptsächlich hier tätigen Unternehmens. (sb)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- GAnZ Architektur
- Mitarbeit:
- Till Herrmann (Partner/Projektleitung), Thilo Sprenger (Partner Projektleitung), Christina Glass, Annika Petri, Susanne Möck, Susanne Weng, Timo Pietschmann, Armin Traubenneck
- Innenarchitektur:
- Ippolito Fleitz Group
- Landschaftsarchitektur:
- Schuler und Winz
- Weitere Planungsbeteiligte:
- CPM (Projektsteuerung), Dehn (Tragwerksplanung), Cape Ingenieure (Bauphysik), IB Westhauser (HLS-Planung), Strehlau Gebäudetechnik (Elektroplanung), Sinfiro Brandschutzingenieure (Brandschutz), Geisel (Küchenplanung)
- Bauherrschaft:
- Fundera GmbH
- Fläche:
- 1.200 m² Nutzfläche








